Steckrübenwinter - Silberseen Haltern am See

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Steckrübenwinter

Gefangenenlager

"Steckrübenwinter" / Zwangsarbeit

Als der "Steckrübenwinter" kam 1916/17 bis zu -22 Grad Celsius -auch "Hungerwinter" bezeichnet. Der Winter kam unerwartet, von einem Tag auf den Anderen sanken die Temperatur um 10 Grad Celsius (wird es so ein Winter wie 1879-80, da sank das Thermometer bis auf -36 Grad unter Null?), Und zermürbte die physische Widerstandskraft der Bevölkerung. Auch in den Städten war die Bevölkerung von Hunger betroffen. Schleichhandel und Wucherergeschäfte blühten.
Ein verregneter Herbstverursachte eine Kartoffelfäule, die Ernte um die Hälfte reduzierte. Da 1914 schon das Essen rationiert war, und auch bald so teuer wurden, gaben Städte und Gemeinden Steckrüben aus- daher auch der Name "Steckrübenwinter". Besonders hart traf es die Gefangenen in den Lagern. Mehrere hundert kranke und verletzte Russen starben auch in "Dülmener Lage" eine Schätzung nach Sterben im "Steckrübenwinter" 750 Gefangene. In ganz Deutschland waren es über 750 000 Menschen. Die Toten in "Dülmener Lager" konnten nicht sofort begraben werden, da der Boden bis zu zwei Meter tief gefroren war. Sie wurden so zusagen "Tiefefrohen", konnte erst nach 3.Wochen auf den Lagerfriedhof ( Halterner Jahrbuch 2007 "Russenfriedhof") beigesetzt werden.
Die Lagerinsassen mussten auch Zwangsarbeiten, sie wurden in der Industrie und in der Landwirtschaft als Ersatz für deutsche Arbeiter, die zum Militär eingezogen worden waren. Die meisten aus diesem Lager arbeiteten in privaten Haushalten bzw. auf Bauernhöfen in der Umgebung ( sehe unten Tagebuch.....).
Ein Einsatz in kriegswichtigen Betrieben verbot sich durch Artikel 6 der Haager Landkriegsordnung. Dieses Verbot wurde mit zunehmender Dauer des Krieges jedoch immer häufiger ignoriert, wie auch Beispiele aus Westfalen belegen. Seit 1916 setzte eine große Nachfrage nach Kriegsgefangenen durch die Rüstungsbetriebe ein. Im Dezember 1916 waren 56.000 Kriegsgefangene im Ruhrgebiets-Bergbau und 30.000 in der Landwirtschaft eingesetzt.

Als der 1.Weltkrieg zu Ende war, die letzten Gefangenen verließen es im Juni 1919, wurde aus dem Kriegsgefangenenlage im  Sommer 1919 bis 1921 ein Heimkehrerlager für deutsche Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren.
An den Folgen des 1.Weltkrieges starben alleine in Deutschland ca. 700.000 Zivilisten.
Heute 2007 steht da noch das Kommandantengebäude, in den der Krippenbauer aus Karnickelhausen wohnt, und der Gedenkstein.


 
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