Schiffsverlergung - Silberseen Haltern am See

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Schiffsverlergung

Der riesige Saugbagger der Quarzwerke, der zurzeit noch den Sand aus dem Silbersee II saugt, wird voraussichtlich im Oktober seine Arbeit beenden und dann in den Silbersee I verlegt. Danach wird das Betriebsgelände rekultiviert. Ob es eine Folgenutzung geben wird, entscheidet sich voraussichtlich im Jahr 2014/2015.
Auch Geschäftsführerin Dr. Sabine Lange von der Betreibergesellschaft Silbersee II kann dazu noch nichts Genaues sagen. „Das Gebiet wird sich auf jeden Fall in den nächsten Jahren entwickeln“, erklärt sie. Ob später ein etwa doppelt so großes Schwimmareal dort entstehen könnte, sei noch offen, weil dies von zahlreichen Faktoren abhänge. Zum einen liegt das Areal innerhalb eines Naturschutzgebietes, so dass eine Nutzung als „Spaßanlage wohl ausscheiden wird“. Zum anderen müsse das Risikopotenzial ausgelotet werden, denn durch den Quarzsand-Abbau unterhalb der Wasseroberfläche sind große Abbruchkanten zu erwarten, die Schwimmer gefährden könnten.
Insgesamt wurde nämlich seit Inbetriebnahme in den 1940er Jahren etwa „45 Millionen Tonnen Quarzsand abgebaut“, wie Werksleiter Holger Gerling von den Quarzwerken berechnete. Daraus entstand der 95 Hektar große See, der „im Schnitt eine Tiefe von 30 Metern hat“. Im Oktober sind die Abbaugrenzen planmäßig erreicht, die „Aussandung abgeschlossen“. Bis auf eine Pumpstation, die für den Wasserausgleich zwischen Silbersee I bis III benötigt wird, werden sämtliche Betriebsanlagen in diesem Jahr abgebaut, der Saugbagger mit mehreren Autokranen dann in den Silbersee I transportiert. Dort wird der Bagger dann erneut hochwertigen Quarzsand fördern, der in den Halterner Quarzwerken veredelt wird, um dann unter anderem in Gießereien oder bei der Herstellung von Glas genutzt wird.
Quelle /
WAZ

Der Silbersee II ist seit Dienstag um gut 300 Tonnen leichter. Eine holländische Spezialfirma ist in diesen Tagen dabei, das Saugbaggerschiff "Sythen" in den Silbersee I zu transportieren, wo es das Schwesterschiff "Münsterland" im Quarzsand-Abbau unterstützen wird. "Es sind etwa 1,5 Kilometer Wegstrecke, die wir mit der ‚Sythen' insgesamt bewältigen müssen",
Doch auf dem vermeintlich so kurzen Weg zum Silbersee I, in dem noch mindestens 18 Jahre lang kostbarer Quarzsand abgebaut werden kann, geht es nur zentimeterweise voran. Bis die über 50 Meter lange "Sythen" aus dem Wasser gezogen war, dauerte es allein rund vier Stunden. "Wir haben einen Generalunternehmer beauftragt, der mit solchen Arbeiten vertraut ist. Bislang geht aber alles gut voran", berichtet Heine.
An Land wurde der Rumpf des Riesenschiffes zunächst auf Airbags gebettet, gestern kamen Spezialtransporter mit ausgeklügelter Hydraulik zum Einsatz. "Für uns ist wichtig, dass das Schiff - auch auf unebenem Untergrund - stets gerade gefahren werden kann", erläutert Heine. Deshalb werden Spezialfahrmaschinen benutzt, die der Generalunternehmer aus den Niederlanden zur Verfügung stellt. Ein schwerer Bagger und hohe Aufbauten an Deck würden dem Schiff bei unebener Ausrichtung des Fahrweges rasch Schlagseite verschaffen.
Pünktlich um 10 Uhr begannen gestern die Vorbereitungen, um das Baggerschiff "Sythen" auf die endgültige Reise über Eisenplatten vom Silbersee II zum Silbersee I zu transportieren. Mit Hydraulikpressen wurde das 300 Tonnen schwere Boot auf einen Meter in die Höhe gehievt, damit die Fahrgestelle unter den Schiffskörper passen. Trotzdem wurde die Fahrt schließlich auf den heutigen Donnerstag verschoben - zu lange dauerte die gesamte Prozedur, als dass das Saugbaggerschiff noch bei ausreichend Sonnenlicht sicher an seinen neuen Standort hätte befördert werden können.
"Surfer und Badegäste können den Silbersee II nun ganz ohne Hindernisse genießen."
Solange der Transport der "Sythen" nicht abgeschlossen ist, kann kein Sand gefördert werden. Denn auch die Arbeit der Münsterland muss ruhen: Für den Transport des Schwesterschiffes musste die Rohrleitung, die den Sand ins Werk befördert, vorübergehend demontiert werden.
Die "Sythen" hat ihre Arbeit im Silbersee II endgültig erledigt, hier ist für die Quarzwerke in Zukunft kein Sand mehr zu gewinnen. Ende Oktober soll sie am neuen Standort weiterbuddeln.
"Surfer und Badegäste werden den Silbersee II im kommenden Jahr ganz ohne Hindernisse genießen können", erläutert Heine. Denn Taue, Bojen und Stahlseile, die in der näheren Umgebung der "Sythen" bislang unaufmerksamen Badegästen gefährlich werden konnten, sind nun Geschichte. Damit dürfte der Silbersee II noch ein gutes Stück attraktiver werden.Und auch den Quarzwerken, die in direkter Nachbarschaft zu Hausdülmen liegen, dürfte der Sand so bald nicht ausgehen. "Wenn in 18 Jahren die aktuelle Betriebserlaubnis erloschen ist, werden wir längst neue Förderstellen am Standort Haltern identifiziert haben", gibt sich Reinhard Heine zuversichtlich, dass in den Silberseen noch für lange Zeit hochwertiger Sand gefördert werden kann.


Mehr Fotos auf: www.silbersee1u2.de.tl

 
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