Die Geschichten der Silberseen bei Haltern am See / Sythen


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Hausdülmen

Am anderen Ufer

Karnickelhausen eingekeilt
zwischen Piledorf und Sandhasen.


Teil I Das Piledorf

Das Dorf gehörte bis 1975 zuhälfte zum Kirchspiel Haltern- und somit zu Sythen. Der Name „Pile –Pile Dorf“ kam daher, weil dort mehr Gänse herum liefen als Menschen und geht bis ins Jahr 1656 zurück. Auf 1800 Einwohner (1958) kamen je vier Gänse. Auch dass die Randbewohner unser „Bezirk“ Karnickelhausen nannten, fiel uns es nicht schwer sie auch zu Ärgern mit: „Pile - Pile“.

Wappen von Hausdülmen gibt es nur in der virtuellen Welt. Oben in Gelb – die Burg, links die Gans für die Geschichte und unten Rechts Mauritius, getrennt durch die beiden Bäche,
die durch Hausdülmen fließen.

Foto: Das „Piledorf“ Heute erinnert der Dorfbrunnen mit Gänsehüterin und Gänsen an diese Geschichte (2009).

Die Entstehung von Hausdülmen

Zum Schutz seines Landes ließ der Bischof Burchard von Holte im Frühjahr 1115 eine einfache Burg (oder besser ein festes Haus) errichten: „dat hues to Dulmene“. 1121 wurde die Burg durch Herzog Lothar von Sachsen zerstört. Erst 1137 wurde die Grenze auf Veranlassung von Bischof Werner mit einer Burg in Hausdülmen wieder gesichert. Im 13. Jahrhundert wurden aus den vier Burgmannshöfen acht. Auch die 1231 erneuerte, dem Heiligen Mauritius geweihte Burgkapelle befand sich dort. Vor der Burg befanden sich zudem Häuser und Ställe des Gesindes, weil diese keinen Platz in der Burg fanden. Gegen Angreifer wurde die so genannte Freiheit durch Umflutgräben und Wälle gesichert. Der Wert der Burg sank allerdings durch die Aufkommen von Feuerwaffen in den Jahren des 14. und 15. Jahrhunderts ständig. Zuletzt waren 1451 Reiter des Herzogs von Kleve in der Burg stationiert. Danach hatte die Burg keine bedeutende militärische Rolle mehr.

Dank der Funktion als landesherrlicher Residenzort war 1532 Bischof Franz von Waldeck Gast in Haus Dülmen, als dieser sein Bistum von dort regierte. Er brach von Haus Dülmen aus die Herrschaft der Täufer in Münster. Nach Münsters Eroberung wurden die Anführer Jan van Leyden, Bernhard Knipperdolling und Bernhard Krechting 1535 für sechs Monate im Bergfried eingekerkert (und danach am 22. Januar 1536 in Münster hingerichtet). Die Truppen des Herzogs von Alba zerstörten im spanisch-niederländischen Krieg (1568 bis 1609) die Burg mit Ausnahme des Turms, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts niedergerissen wurde. Die Amtsverwaltung verließ 1657 Hausdülmen und wechselte ihren Sitz nach Dülmen. Die Geschichte der Landesburg Haus Dülmen endet damit im 16. Jahrhundert. Sie wurde nur noch wenig genutzt und zerfiel nach und nach. 1704 bewohnte die Burg nur noch der Amtsjäger. 1777 wurden der Bergfried und die Reste der Ringmauer abgerissen. Aus der Burg „Haus Dülmen“ entwickelte sich nach und nach der Ort „Hausdülmen“. (Der heutige Kapellenbau aus dem 17. Jahrhunderts ist heute das älteste Gebäude in Hausdülmen.)

Im 19. Jahrhundert war die Textilproduktion der wirtschaftliche Mittelpunkt. Danach wurden im Zuge der Industrialisierung die meisten Weber Fabrikarbeiter oder Bauern. Der Erste Weltkrieg ging fast spurlos an Hausdülmen vorüber, selbst im Zweiten Weltkrieg wurden nur drei Gebäude zerstört.
1975 wurde Hausdülmen zur Stadt Dülmen eingemeindet.
QUELLE: Wikipedie
Fotos unten: Schützenfest in Hausdülmen an der B51 / L551

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