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Gefangenenlager
Brief als Zeitzeuge
Im folgenden ist ein Brief aus dem Gefangenenlager in freier Übersetzung aus dem Englischen wiedergegeben. Er wurde am 14.April 1918 aufgegeben und erreichte England am 3.Juni. Darin ist zu lesen:
„Meine Lieben,
dies ist die erste Möglichkeit eines Schreibens, das ihr von mir erhaltet; denn ich weiß nicht, ob ihr die blaue Postkarte bekommen habt oder nicht. Mir wurde alle 14 Tage ein Brief und eine Feldpostkarte jede Woche erlaubt, also hört ihr jede Woche von mir. So könnt Ihr sehen, wo ich bin, aber ich werde hin und wieder auch an Mabel schreibe und sie informieren, wie es weitergeht. Gefangengenommen haben sie mich am 21.März mit zwölf weiteren jungen Männern und zwei Offizieren des RAMC und in ein deutsches Lazarett gebracht. Wir wurden mit Respekt und Achtung behandeln und arbeiten unter ungeheurem Einsatz täglich sehr lange in der medizinischen Versorgung. Die Nahrung war normal und deftig aber ausreichend und wir erhielten dasselbe wie die Deutschen auch.
Im Krankenhaus hatten wir keine bewaffneten Wachen und verbrachten hier keine schlechte Zeit. Danach landeten wir hier in diesem Lager. Ich habe bisher ein Tagebuch über alles geschrieben und werde es auch fortsetzen. Wir sind für 10 Tage unter Quarantäne gestellt und dann für unterschiedliche Jobs eingesetzt worden. Ich wurde mit zwei Kameraden dem medizinischen Stab des Lagers zugewiesen. Wir erhalten neben unserer Nahrung auch Pakete durch die Kriegsgefangenenversorgung, darin sind u. a. Rindfleisch, Käse, Bratenfett, Tee, Kakao und Milch. Aber ein Paket für zwölf Personen ist nicht gerade viel, aber Gott sei Dank etwas. Es ist jetzt meine 25. Tag in Gefangenschaft, und ich hoffe in sechs Monaten wieder zu Hause zu sein, da ich als Sanitäter Vorteile gegenüber den Anderen habe, obwohl unsere Arbeit sehr hart ist und täglich bis in die späten Abendstunden dauert.
Es wäre schön. Wenn Du mir etwas Geld und einige Zigaretten schicken könntest und Vielleicht auch noch etwas zu essen. Liebe Grüße an Alle und Gottes Segen....“
Aus einem Tagbuch
Dieses Tagbuch wirft ein interessantes Licht auf den Ersten Weltkrieg, den die meisten von uns glücklicherweise nicht erlebt haben. Es beschreibt den Transport eines englischen Soldaten Kriegsschauplatz im Frankreich bis nach Haltern /Westfalen.
.....Später bekamen viele unserer Kameraden Arbeit in einem der deutschen Krankenhäuser, weil wir in Krankenhausaufgaben auf unserer Seite der Front Erfahrung gesammelt hatten. Jedoch waren hier die Ausrüstung wie auch die Behandlung der Verwundeten und die verfügbaren Medikamente nur von geringer Qualität. Auch um die Ernährung war es nicht zum Besten bestellt. Unsere Nahrung bestand aus Pferdefleisch, Eintopfgerichten und Kaffeeplätzchen.
Im März des Jahres wurden die Zahl der eingelieferten Verletzten geringer, wohl deshalb, weil die deutschen Krankenhäuser nach Le Carteau und hatten bei Ankunft in der Stadt die zweifelhafte Ehre. Zeugen eines Besuches des Deutschen Kaisers und des Kronprinzen zu werden. Beide zeigten sich in schmucken Uniformen, mit Orden geschmückt und waren angereist, um sich von dem Vormarsch ihrer Truppen zu überzeugen. Eine Handvoll Zigaretten wurden uns aus dem vorbeifahrenden Auto des Kronprinzen zugeworfen.
Am folgenden Tag hatten wir praktisch nichts zu essen und mussten acht Stunden lang auf einen Zug warten, der uns irgendwo in Deutschland hinbrachte . Nachts um halb zwölf Uhr fuhr der Zug in Chariton ab, fünf Tage später kamen wir in Deutschland in einem Ort an, der Haltern hießt. Einige Männer starben auf der beschwerlichen Reise. Im Gefangenenlager wurden wir durchsucht und verhört, aber wir bekamen auch etwas zu essen. Es gab Gelegenheit zum Duschen und es wurden medizinische Untersuchungen und Schutzimpfungen durchgeführt. Im Lager gab es viele russisch Gefangene bei denen Todesfälle an der Tagesordnung waren.
Nach mehreren Wochen waren wir alle in einem abgemagerten und verheerenden Zustand. Dann, an einem Tag zu Ende April, wurde ich unter bewaffnetem Geleit durch die Dorfstraße auf einen Bauerhof geführt. Ich hatte Hunger und war wütend, dass meine Kleidung voller Schlamm war, aber ich bemühte, bei dem Bauern einen guten Eindruck zu machen und zog respektvoll meine Mütze, als ich vor meinem neuen Arbeitgeber stand. Mein Kommen war offenbar schon erwartet worden, denn eine Mahlzeit war für mich vorbereitet und ich setzt mich und aß, soviel ich bekommen konnte.
Ich musste versprechen auf diesem Bauernhof ordentlich zu arbeiten und nicht zu meutern.
Aber der Job war schwierig, weil ich die Sprache des Bauern nicht verstehen konnte......“
Soweit ein (gekürzte) Auszug aus einem Tagebuch.
Es gibt auch Tagebücher, die Sprechen ein ganz andere Sprache.
Da ist die Rede von Ausbeutung, bzw. sexueller Ausbeutung von Deutschen an jüngeren Gefangenen und über Homosexuallität unter den Gefangenen.....oder immer wenn der Zug kam, fuhren schon Kinder mit, die Unterwegs drauf gesprungen sind. Zumeist waren es Jungens in Alter von 12 bis 14 Jahre. Sie gingen dann in den Baracke, wo was angeliefert wurde. Kamen dann nach kurzer Zeit wieder "verwürfst" mit Geschenke wieder heraus.
Quelle: xy*